Archiv für die Kategorie „Listenhunde Kategorie 1“
Tosa Inu
Name: Tosa Inu
Herkunft: Japan
Größe: Rüden mindestens 60 cm; Hündinnen mindestens 55cm.
Farben: rot; falbfarben; kleine rote oder weiße Abzeichen sind zulässig.

Der Tosa Inu gehört zu den – oft uralten – Molosserrassen, also zu den schweren, großrahmigen Doggenartigen. Der Ursprung der Molosser liegt in den tibetdoggenartigen Hunden, die Alexander der Große aus Asien mit nach Europa gebracht hat. Durch Vermischung mit örtlichen Schlägen in den einzelnen Verbreitungsländern haben sich dann die heutigen Molosserrassen in Europa, später auch Südamerika und Ostasien manifestiert. Wesen und Statur des beeindruckenden Hundes machen ihn grundsätzlich als Wach- und Schutzhund geeignet, wenngleich es auch Einschränkungen gibt. Molosser gehören nicht zu den anerkannten Gebrauchshunderassen – und auf Grund des relativ hohen Gewichtes ist es nicht unbedingt förderlich, den Hund häufig über hohe Hindernisse springen oder klettern zu lassen. In Japan wird dieser im Wesen ruhige Hund nach wie vor für Kämpfe eingesetzt. Vermutlich brachte Letzteres den Hund in diverse “Kampfhundeverordnungen” – frei nach der Fehlannahme, dass Hunde, die mit Artgenossen raufen, auch auf Menschen aggressiv wären. Es gibt in Deutschland eine extrem geringe Anzahl an Tosas – und nennenswerte Unfälle damit sind nicht bekannt. Der Tosa ist ein ruhiger, fast majestätisch anmutender Hausgenosse von edlem Aussehen. Das sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass auch er beschäftigt werden möchte, und seinen Auslauf braucht. Text: Markus Rogen
Staffordshire Bull Terrier
Name: Staffordshire Bull Terrier
Herkunft: Großbritannien
Größe: Rüden und Hündinnen 35,5 bis 40,5 cm.
Gewicht: Rüden 12,7 bis 17 kg; Hündinnen 11 bis 15,4kg.
Farben: rot; falbfarben; weiß; schwarz; blau; eine dieser Farben mit weiß; gestromt in jeder Schattierung oder gestromt mit Weiß.

Der Staffordshire Bull Terrier gehört zu den “Bull and Terrier”-Rassen mit geringer Schulterhöhe. Er ist ein kleines, kompaktes und liebenswertes Kraftpaket, das in seinem Heimatland England zu den häufigsten Familienhunden gehört. Im 19. Jahrhundert kämpfte auch er in der Pit – oder wurde zum “Rat-Baiting” eingesetzt – deshalb bricht bisweilen auch bei diesem Hund die fast allen Terriern eigene Rauflust durch. Dies hat jedoch überhaupt nichts mit Aggression gegen andersartige Individuen zu tun – die Annahme, dass ein Hund, der gerne rauft, auch gerne Menschen beißt, ist grundlegend falsch.
Bei guter Erziehung ist dieser Hund ein freundlicher, lebhafter Hausgenosse, der aber auch beschäftigt und erzogen sein möchte. Bedingt durch seine geringe Körpergröße ist es ihm eigentlich kaum möglich, gravierenden Schaden anzurichten. Auch insgesamt konnte bis da-to eine erhöhte Gefährlichkeit bestimmter Rassen nicht statistisch signifikant nachgewiesen werden.
Manche Aktivitäten sind mit dem “Staff-Bul”“ auf Grund seiner geringen Körpergröße nicht ohne weiteres möglich – trotzdem handelt es sich um einen bewegungsfreudigen Hund, der “sportliche” Aktivitäten schätzt und diese auch benötigt.
Text: Markus Rogen
American Pit Bull Terrier
Name: American Pit Bull Terrier
Herkunft: USA
Größe: Rüden 46 bis 56 cm; Hündinnen 43 bis 50 cm.
Farben: Alle Farben; einfarbig, mehrfarbig oder gefleckt.

Der American Pit Bull Terrier ist ein typischer Vertreter der „Bull and Terrier“-typischen Hunde, wie auch beispielsweise der Bullterrier oder American Staffordshire Terrier. Vor Jahrhunderten kreuzte man molossoide Hunde, also großrahmigere Hunde vom Bulldoggen-/Mastifftyp mit Terriern, um die positiven Eigenschaften beider Richtungen zu vereinen. So entstanden wendige, kräftige Hunde, die die Agilität, Zähigkeit und Arbeitsfreude der Terrier mit dem ruhigeren Molosserwesen, deren Größe und Fähigkeit, auch größeres Wild zu fassen, vereinten. Wie sämtliche Terrierrassen neigt der American Pit Bull Terrier, der auch für Hundekämpfe eingesetzt wurde, zum Raufen mit anderen Hunden, was etwas Hundeerfahrung vonseiten des Besitzers verlangt. Menschen gegenüber ist er jedoch meist freundlich bis überschwänglich. Eine Aggression gegen Menschen wurde bei dieser Rasse nie gewünscht – menschenaggressive Tiere hätten beim Hundekampf ihre Handler gebissen – und wurden demzufolge massiv ausselektiert. Dies prädestiniert den American Pit Bull Terrier in vielen Fällen nicht unbedingt zum Wach- und Schutzhund.
Das aufgeschlossene Wesen dieses temperamentvollen Hundes macht ihn für viele Disziplinen geeignet. Von Agility bis hin zum Rettungshund glänzt er mit seiner Arbeitsfreude; in den USA wird er auch als Therapiehund eingesetzt, der es behinderten Kindern und alten Menschen in Heimen ermöglicht, etwas Kontakt zur Natur zu erhalten. Mit etwas Hundegeschick ist er ein stets fröhlicher, treuer und selbstsicherer Begleiter, der jedoch gut in der Hand seines Führers stehen sollte.
Der American Pit Bull Terrier ist eine relativ gesunde Rasse, die nie der ausschließlichen Schönheitszucht diente. Der wohl bekannteste Vertreter ist “Pete the pup” – der Hund, der in der alten Filmreihe “Die kleinen Strolche” mit den Kindern jeden Unsinn mitmachte, und dem vor jedem Dreh in der Maske ein Kringel um ein Auge gezeichnet wurde.
Text: Markus Rogen
Bandog
Name: Bandog
Herkunft: USA, keine planmäßige Zucht, gilt als ausgestorben
Größe: Rüden 60 bis 68 cm; Hündinnen 55 bis 61 cm.
Farben: meist blau, blauschwarz gestromt, schwarz mit Abzeichen

Eine Rasse “Bandog”, was schlicht “Kettenhund” bedeutet, gibt es nicht. Als “Bandog” häufig angeboten werden Mischlinge aus American Pit Bull Terrier und Mastino Napoletano, aber auch aus American Pit Bull Terrier und Rottweiler, sowie diverse andere Kombinationen, von denen man glaubt, Produkte daraus ergäben beeindruckende Hunde. Ein Merkmal einer Rasse besteht darin, dass Eltern dieser Rasse verpaart wieder Individuen hervorbringen müssen, die die gleichen Merkmale aufweisen müssen. Dies muss über die F1-Generation hinaus möglich sein.
Bei Kreuzungen aus verschiedenen Rassen ist dies aber nicht möglich. Die erste Filialgene-ration (=Tochtergeneration, F1) weist zwar häufig ziemlich gleich aussehende Individuen auf (Phänotyp), welche sich jedoch im Genotyp extrem unterscheiden. Paart man diese weiter, so ergibt sich nach dem zweiten Gesetz (Spaltungsgesetz) der klassischen Mendel’schen Genetik wieder eine Aufspaltung in alle möglichen Typen. Eine Vorhersage über Aussehen und Wesen der Welpen kann bei Eltern unterschiedlicher Rassen somit nicht getroffen werden.
Als Beispiel sei hier ein Mischling aus Mastino Napoletano und American Pit Bull Terrier abgebildet. Es handelte sich um einen ausgeglichen und wesensfesten Hund, der jedoch konsequent erzogen werden musste – was eigentlich für alle Hunde gelten sollte.
Text: Markus Rogen
American Staffordshire Terrier
Name: American Staffordshire Terrier
Herkunft: USA
Größe: Rüden 46 bis 48 cm; Hündinnen 43 bis 46 cm.
Farben: Alle Farben; einfarbig, mehrfarbig oder gefleckt.

Der American Staffordshire Terrier gehört ebenfalls zu den “Bull and Terrier”-Rassen, deren Ursprung aus der Kombination von großen, kräftigen molossoiden Rassen und wendigeren, agileren Terriern hervorgeht. Er hat eine ähnliche Geschichte, wie der American Pit Bull Terrier – allerdings wurde der “AmStaff” von Anbeginn mehr auf Schönheit und Einheitlichkeit gezüchtet und auf FCI-Ausstellungen gezeigt. Das Wort “American” wurde übrigens erst lange nach Bestehen dieser Rasse hinzugefügt, um die nomenklatorische Verwechslungsgefahr mit dem Staffordshire Bull Terrier zu eliminieren. Diese Rasse verfügt über eine enorme Ausdauer und Bewegungsfreude, was die Bereit-schaft vonseiten des Besitzers verlangt, viel mit dem Hund zu unternehmen. Hierbei ist es grundsätzlich gleichgültig, welche Disziplin man mit dem Hund betreibt. Als Rettungshund arbeitet der AmStaff mit der gleichen Freude, wie in Schutzhundesport, Agility oder Fährte. Für das Sofa ist er zu schade – und ungeeignet.
Probleme entstehen, wie bei jeder Rasse dann, wenn der Hund nicht ausgelastet ist. Auch neigt der AmStaff, wie jeder Terrier, zum Raufen mit anderen Hunden. Hieraus folgt, dass der Hund, gut ausgebildet werden sollte, was ein wenig Hundeerfahrung oder einen sachkundigen Ausbilder voraussetzt. Richtig erzogen ist der American Staffordshire Terrier ein stets fröhlicher Hausgenosse, der aber auf Grund seiner ursprünglichen Verwendung nicht automatisch einen guten Wachhund abgeben muss.
Text: Markus Rogen
Hundegutachter Tätigkeitsbereiche
Tätigkeitsbereich:
- Erstellung von Gutachten zur Hundehaltung für Gerichte, Städte und Gemeinden nach Art. 18, Art. 37 LStVG und § 143 StGB.
- Erstellung von Wertgutachten zur Wertermittlung eines Hundes für Versicherungsgesellschaften.
- Erstellung von Gutachten zur Rassebestimmung (phänotypische Beurteilung von Hunden).
- Erstellung von Privatgutachten zur Vorlage bei Gerichten und Versicherungen für Hunde aller Rassen.
- Erstellung von Gutachten (WESENSTEST) zur Vorlage bei Gemeinden, Sicherheitsbehörden und Veterinärämtern bzgl. des evtl. Erhalts einer “Haltergenehmigung” oder eines “Negativzeugnisses für sogenannte “Kampfhunde-Rassen” lt. Art. 37 LStVG in Bayern.
- Wesensanalysen, evtl. mit Ausbildungstipps für Hunde aller Rassen
Für weitere Infos oder Fragen nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.






